Eine Skizze der paulinischen Theologie
Katallagete to Theo - Lasst euch mit Gott versöhnen
Die paulinische Theologie gilt aufgrund ihrer Vielschichtigkeit, Kontextualität und der intensiven Debatten in der Forschung als äußerst komplex. Sie ist kein systematisches Lehrgebäude, sondern anlassbezogen, eine Gelegenheitstheologie, die aus konkreten pastoralen und theologischen Herausforderungen der frühen Gemeinden entstand. Als bekennender pharisäischer Jude interpretiert Paulus das Gesetz bzw. die Tora neu und zwar im Licht des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Dies führte zu tiefen und spannungsreichen Auseinandersetzungen innerhalb der noch jungen Gemeinden in der frühen Jesusbewegung über die Rolle der Tora für Juden- und Heidenchristen. Das zentrale Verständnis der paulinischen Theologie bildet die Rechtfertigung des Menschen allein aus Glauben, mithin nicht aus den Werken des Gesetzes. Dies ist eng mit der Kreuzestheologie verbunden, welche als Rettungstat Gottes für Verfolgte und Entrechtete verstanden wird. Die paulinische Kritik an den Werken des Gesetzes richtete sich nicht gegen gute Werke im Allgemeinen, sondern gegen die jüdischen Identitätsmarker (Beschneidung, Speisegesetze, Reinheitsgebote, Schabbat), welche die Juden von den Nichtjuden (Heiden) trennten. Paulus bekämpfte die Ansicht, dass nur Juden Teil des Bundesvolkes seien und öffnet den Bund durch den Glauben an Jesus für Heiden. Dabei setzte er sich leidenschaftlich dafür ein, dass Nichtjuden ohne Übernahme der jüdischen Lebensweise Teil der Gemeinde Jesu werden konnten.
Herausgeber: BoD – Books on Demand
Erscheinungstermin: 4. Juni 2026
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
ISBN-10: 369636665X
ISBN-13: 978-3696366650


